Support beim IRONMAN Frankfurt: Wie Familie und Freunde wirklich helfen können

Der IRONMAN Frankfurt ist nicht nur für die Athletinnen und Athleten ein langer Tag. Auch für Familie, Freunde und Supporter beginnt der Wecker oft vor Sonnenaufgang und endet erst weit nach dem Zieleinlauf.

Wer zum ersten Mal jemanden bei einer Langdistanz begleitet, stellt schnell fest: Ein IRONMAN ist kein normaler Sportwettkampf. Zwischen Schwimmstart und Finish liegen für viele Athleten zehn bis fünfzehn Stunden voller Höhen und Tiefen.

Die gute Nachricht: Gerade in Frankfurt können Supporter einen riesigen Unterschied machen.

Der wichtigste Job: Da sein

Viele Supporter fragen sich vor dem Rennen:

"Was kann ich tun?"

Die Antwort ist überraschend einfach:

Da sein.

Nicht mit Ernährungstipps. Nicht mit Renntaktik. Nicht mit Analysen.

Ein bekanntes Gesicht am Streckenrand kann nach acht Stunden Wettkampf mehr wert sein als jedes Gel der Welt.

Der Tag beginnt am Langener Waldsee

Der IRONMAN Frankfurt startet am Langener Waldsee südlich von Frankfurt.

Die meisten Athleten sind bereits gegen 5 Uhr morgens in der Wechselzone. Der eigentliche Schwimmstart beginnt um 6:30 Uhr im sogenannten Rolling Start. Dabei starten alle paar Sekunden kleine Gruppen von Athleten.

Wer seinen Athleten beim Start sehen möchte, sollte früh vor Ort sein.

Wichtig: Mit dem Auto direkt am See zu bleiben ist meist keine gute Idee. Nach dem Schwimmstart werden viele Straßen für den Wettkampf gesperrt, sodass die Rückfahrt schwierig werden kann.

Die beste Unterstützung auf der Radstrecke

Eines vorweg:

Der Athlet wird euch auf dem Rad wahrscheinlich weniger wahrnehmen als ihr denkt.

Die Einfahrt nach Frankfurt ist schnell, die Strecke ist voll, die Kurven erfordern Konzentration und viele Athleten befinden sich bereits tief im Wettkampfmodus.

Ein kurzes Winken oder ein lautes Anfeuern reicht völlig aus.

Wer versucht, längere Gespräche zu führen, wird meist nur einen kurzen Blick oder ein Nicken ernten.

Und das ist völlig normal.

Die gute Nachricht

Während der Athlet vier bis sechs Stunden auf dem Rad sitzt, können Supporter entspannt frühstücken, Kaffee trinken und Kraft für den langen Nachmittag sammeln.

Denn die eigentliche Arbeit beginnt erst danach.

Die Laufstrecke: Jetzt wird Support wichtig - Euer Arbeitstag beginnt jetzt wirklich.

Die Frankfurter Laufstrecke besteht aus vier Runden entlang beider Mainufer, das macht Frankfurt zu einem der zuschauerfreundlichsten IRONMAN-Rennen überhaupt.

Mit etwas Planung kann man alleine dort seinen Athleten achtmal oder häufiger sehen.

Und genau jetzt beginnt der Teil des Rennens, in dem Support wirklich wertvoll wird. Nach acht bis zwölf Stunden Belastung kämpfen nahezu alle Athleten mit Müdigkeit, Schmerzen und Motivationslöchern. Hitze kommt hinzu, denn das Mainufer kann ein wahrer Backofen sein.

Selbst für Profis ist das so.

Was man sagen sollte

Kurze, positive Botschaften funktionieren am besten.

Zum Beispiel:

  • „Du siehst stark aus!"
  • „Weiter so!"
  • „Klasse unterwegs!"
  • „Nur noch eine Runde!"
  • „Du bist eine Maschine!"

Viele Athleten erinnern sich Jahre später nicht mehr an ihre Zwischenzeiten, wohl aber an die Menschen, die sie auf der Strecke begleitet haben.

Was man besser nicht sagt

Auch wenn es gut gemeint ist:

  • „Du siehst fertig aus."
  • „Warum bist du langsamer als geplant?"
  • „Hast du genug gegessen?"
  • „Der vor dir wird schwächer."

Ein Athlet in Kilometer 30 eines Marathons braucht keine Analyse. Er denkt darüber nach, wie er die letzte Runde überleben soll. Noch zweimal über diese verfluchten Brücken.

Er braucht Unterstützung.

Die wichtigste Regel: Keine Hilfe auf der Strecke

Viele Supporter möchten helfen und bringen Wasser, Eiswürfel, Cola oder Essen mit.

Beim IRONMAN ist das allerdings verboten.

Die Annahme fremder Hilfe führt zur Disqualifikation.

Deshalb gilt:

Erlaubt

  • Anfeuern
  • Klatschen
  • Singen
  • Plakate
  • Jubeln
  • Gute Stimmung

Nicht erlaubt

  • Essen reichen
  • Getränke reichen
  • Schwämme oder Eis geben
  • Mitlaufen oder Mitjoggen - auch nicht für wenige Meter!

Was Supporter unbedingt dabeihaben sollten

Ein IRONMAN Frankfurt kann heiß werden.

Sehr heiß.

Deshalb gehören in jeden Supporter-Rucksack:

  • Trinkflasche
  • Snacks
  • Sonnenschutz
  • Sonnenbrille
  • Mütze oder Cap
  • Powerbank
  • Bargeld oder Karte
  • Wechselkleidung
  • Gute Laune

Man unterschätzt leicht, wie viele Kilometer man als Zuschauer an diesem Tag selbst zurücklegt.

Nach dem Zieleinlauf: Geduld

Der Zieleinlauf auf dem Frankfurter Römerberg gehört zu den emotionalsten Momenten im Triathlonsport.

Doch unmittelbar danach verschwindet der Athlet zunächst in der Zielversorgung.

Dort wird:

  • gegessen
  • getrunken
  • medizinisch kontrolliert - hoffentlich nicht.
  • geduscht
  • umgezogen

Das kann dauern. Der Athlet ist völlig fertig, Bewegungen gehen nur noch in Zeitlupe. Schuhe ausziehen kann schon mal einige Minuten dauern.

Manche Athleten kommen relativ schnell wieder heraus - andere erst nach einer Stunde.

Und meistens sehen sie dabei deutlich schlechter aus als wenige Minuten zuvor auf dem Zielfoto.

Das ist normal. Gezeichnet, aber happy.

Fazit

Ein guter Supporter muss kein Triathlon-Experte sein. Er muss weder Wattwerte verstehen noch die Ernährungsstrategie kennen.

Die wichtigsten Eigenschaften sind:

  • Geduld
  • Verlässlichkeit
  • Organisation
  • Begeisterung
  • Positive Energie

Wer seinen Athleten beim IRONMAN Frankfurt begleitet, wird Teil eines ganz besonderen Tages.

Vielleicht nicht als Hauptfigur.

Aber ganz sicher als einer der Menschen, die dafür sorgen, dass dieser Tag unvergesslich wird, denn Du warst ein teil davon!