Carboloading, Glykogen & Performance - kompakte Zusammenfassung für Ausdauersportler
Warum das Thema entscheidend ist
Im Triathlon und Radsport hängt deine Leistungsfähigkeit maßgeblich von der Verfügbarkeit von Kohlenhydraten ab. Entscheidend sind dabei:
Muskelglykogen -> Energie für die arbeitende Muskulatur Leberglykogen -> Stabilisierung des Blutzuckers Blutzucker -> zentrale Energieversorgung (v. a. fürs Gehirn)
Sind diese Systeme nicht optimal gefüllt, droht der klassische Leistungseinbruch („Hungerast“).
Die drei zentralen Systeme im Überblick
Muskelglykogen
- Hauptenergiequelle bei mittlerer bis hoher Intensität
- lokal im Muskel gespeichert und genutzt
- begrenzt (ca. 300-700 g) Bestimmt maßgeblich Deine Leistungsfähigkeit im Wettkampf
Leberglykogen
- speichert ca. 80-120 g Glukose
- reguliert den Blutzuckerspiegel
- gibt Glukose ins Blut ab Verhindert Unterzuckerung während Belastung
Blutzucker
- konstant halten = Ziel
- wichtig für Gehirn & zentrale Steuerung Fällt er ab -> Leistungseinbruch
Carboloading - Speicher maximal füllen
Ziel: Superkompensation der Glykogenspeicher Umsetzung (modern):
- 2-3 Tage vor Belastung
- 8-12 g KH/kg/Tag
- Trainingsumfang reduzieren Ergebnis: maximal gefüllte Speicher + bessere Ausdauerleistung
Wie schnell füllen sich die Speicher?
Direkt nach Belastung:
- 1,0-1,2 g KH/kg/h
- schnellste Auffüllphase Innerhalb von 24 h:
- weitgehende Wiederauffüllung bei 7-10 g/kg/Tag Vollständige Optimierung:
- 24-72 Stunden (Carboloading) Wichtig: Regelmäßige Zufuhr über den Tag ist effektiver als große Einzelmengen
Was passiert nachts?
- Leberglykogen sinkt deutlich (bis zu 50-70 %)
- hält den Blutzucker während des Schlafs stabil
- Muskelglykogen bleibt weitgehend erhalten
Konsequenz: Ohne Frühstück startest du mit reduzierter Verfügbarkeit
Der Vortag harter Einheiten - Best Practice
Ernährung
- 5-8 g KH/kg/Tag
- gleichmäßig über den Tag verteilt
- Fokus auf leicht verdauliche Kohlenhydrate
Training
- keine harten Einheiten spät am Abend
- locker oder moderat trainieren
Hydration
- ausreichend trinken
- Glykogenspeicherung benötigt Wasser (~3 g pro g Glykogen)
Ideales Abendessen (Praxisbeispiel)
Ziel: Speicher auffüllen ohne Verdauungsstress
Beispiel:
- große Portion Pasta oder Reis
- leichte Tomatensauce
- mageres Protein (Hähnchen, Fisch, Tofu)
- wenig Fett
- Weißbrot als Beilage
Optional:
- Dessert (z. B. Reisbrei oder Banane)
Leicht verdaulich + kohlenhydratreich = optimal
Wettkampftag nicht vergessen
- Frühstück: 1-4 g KH/kg
- während Belastung: 60-120 g KH/h => stabiler Blutzucker = stabile Leistung
Fazit
- Muskelglykogen bestimmt deine physische Leistung
- Leberglykogen schützt dich vor dem „Hungerast“
- Blutzucker ist das zentrale Steuerungselement
=> Erfolgreiche Athleten managen nicht nur Training, sondern auch gezielt ihre Energieverfügbarkeit.
Quellen und Literaturempfehlungen
Auswahl
- Burke, L. M., Hawley, J. A., Wong, S. H., & Jeukendrup, A. E. (2011): Carbohydrates for training and competition. Journal of Sports Sciences.
- Jeukendrup, A. E. (2014): A step towards personalized sports nutrition: carbohydrate intake during exercise. Sports Medicine.
- Coyle, E. F. (1995): Substrate utilization during exercise in active people. American Journal of Clinical Nutrition.
- Berg, J. M., Tymoczko, J. L., & Gatto, G. J. (2019): Biochemistry. W.H. Freeman.
- Brooks, G. A., Fahey, T. D., & Baldwin, K. M. (2005): Exercise Physiology: Human Bioenergetics and Its Applications. McGraw-Hill.
- Ivy, J. L. (2004): Regulation of muscle glycogen repletion, muscle protein synthesis and repair following exercise. Journal of Sports Science & Medicine.